Über mich

Ich und Autorin? Das konnte keiner vorhersehen!
Oder vielleicht doch?

Es war einmal ein erstes Lieblingsbuch … Vorgelesen von meiner Mama, damit ich schneller einschlafen sollte. Nur funktionierte das nicht. „Der kleine Vampir“ beflügelte meine Fantasie so sehr, dass ich hellwach im Bett lag und immer mehr hören wollte. Schon bald geisterte ich in selbstgenähten Vampirumhängen herum und baute mir aus Couchkissen meine eigene Gruft. Damit hat es wohl angefangen. Fremde Welten haben mich gepackt.

„Fünf Freunde“ hatte ich meistens nur im Kopf

Unser kleiner Bergbauernhof lag so abgelegen, dass ich nach der Schule oft alleine spielen musste. Diese Alleinzeit hat meine Fantasie umso mehr beflügelt. Ich streifte durch den Wald und erzählte mir erfundene Geschichten. Mit neun Jahren schrieb ich die allererste auf. Sie trug den Titel „Der rote Rubin“. Meine Lieblingsbücher waren damals „Die fünf Freunde“.

Andere lasen von Horror. Ich von Freundschaft.

„Stephen King’s ES“. Mein erstes Erwachsenenbuch, das ich schon mit zwölf gelesen habe. Immerhin brauchte ich drei Monate, bis ich mich durch alle schaurigen Szenen durchgerungen hatte. Vom „Club der Verlierer“ war ich begeistert. So sehr, dass ich danach selbst in die Tasten haute. Auf unserer elektrischen Schreibmaschine verfasste ich einige Horrorgeschichten, die es allerdings nie über die ersten paar Seiten hinaus schafften.

Mit fünfzehn schrieb ich an meiner ersten Teenager-Story. Ich hatte nun einen PC und sicherte all meine Daten mit äußerst effektiven Passwörtern. So effektiv, dass ich sie heute leider nicht mehr öffnen kann. Ans Veröffentlichen hätte ich sowieso nie gedacht. Damals steckte das Internet noch in den Kinderschuhen und mir wäre nicht im Traum eingefallen, dass es mal so was wie Schreibcommunities geben würde. Außerdem hatte ich ein anderes Berufsziel vor Augen: Ich wollte zeichnen.

Ich tauche in eine Flut von Büchern

Obwohl ich am liebsten Mangas illustriert hätte, entschied ich mich für einen „richtigen“ Beruf. Ich studierte Grafik-Design an der Werbeakademie Wien und entfaltete dort meine künstlerische Hochblüte. Die Ausbildung war super, meine ersten Jobs sehr anstrengend. Fürs Zeichnen fehlte mir oft die Energie. Immer öfter versank ich nach Feierabend  in meinen Bücherwelten. Damals las ich jede Woche ein neues Buch. Nur eines nicht, obwohl alle so ein Affentheater drum machten. Was um alles in der Welt sollte denn auch ein „Muggel“ sein?!

Quidditsch? So ein Blödsinn!

„Harry Potter“ hat mich schließlich doch überzeugt. Und so wie er tausende Kinder zum Lesen brachte, führte er mich mit Anfang zwanzig zurück an den Schreibtisch und ließ mich in die Tasten hauen. Eine fantastische Geschichte aus fünf Bänden plus Fortsetzung mit drei weiteren entstand. Leider nur in meinem Kopf. Aufs Papier schaffte es bloß ein dünner Band 1. Das Problem war: Ich hatte mir die Handlung bereits so detailliert ausgedacht, dass ich keine Lust hatte, sie aufzuschreiben. Es folgten einige Romananfänge. Selbst zwei Vampirromane waren darunter, die sich jedoch mehr an den zerzausten Figuren aus „Der Kleine Vampir“ orientierten als an Glitzertraummänner. Ich holte mir trotzdem ein Autogramm von Stephenie Meyer, als sich mir die Gelegenheit bei einer Lesung bot. Damals wuchs der Wunsch in mir, Autorin zu werden. Natürlich nicht in Wirklichkeit. Es war nur eine meiner Fantasien.

Mögen die Hungerspiele beginnen

„Die Tribute von Panem“ haben mein Leben verändert. Denn hätte ich sie nicht gelesen, hätte ich niemals am Panem-Schreibwettbewerb von Triboox/Oetinger teilgenommen. Es war das erste Mal, dass ich eine Geschichte von wildfremden Leuten im Internet lesen und beurteilen lies. Und, o mein Gott, wimmelte sie vor Kommafehlern! Trotzdem schaffte ich es von über 400 Einsendungen  auf Platz 3. Vielleicht, dachte ich sehr, sehr vorsichtig, war mein Geschreibsel gar nicht so übel?

Wie mein Mann immer sagt: If you want cake – bake! 

Ich wollte vor meinem dreißigsten Geburtstag einen Roman fertig schreiben. Mit Betonung auf fertig. Mehr nicht, kein Veröffentlichen, kein Verlag. Ich schrieb Farbenblind (später besser bekannt unter „Liebe ist was für Idioten. Wie mich.“) innerhalb weniger Monate. Da ich Vollzeit arbeitete, gab es dazwischen aber wochen- oder monatelange Schreibpausen. Trotzdem hielt ich durch. Mein Trick dabei: Außer dem Ende hatte ich keine Ahnung, wohin mich die Geschichte führen würde. Sie blieb spannend für mich. Und schließlich war sie tatsächlich fertig.

In meiner Brust brannte Feuer

Ich wusste, wie unwahrscheinlich es war, von einem bekannten Verlag genommen zu werden. Mehrere Internetforen hatten mich zweifelsfrei darüber aufgeklärt. Doch ich wollte es nicht unversucht lassen, kaufte mir zwei Bücher über das Bearbeiten von Texten (las sie auch fast) und schrieb große Teile der Geschichte neu. Dabei blieb der Handlungsverlauf gleich, nur die Sprache verbesserte sich. Ein weiteres Jahr verging, und ich saß plötzlich vor einem fertigen UND überarbeiteten Roman. Nun wurde es gruselig. Sollte ich es wagen und eine Literaturagentur anschreiben? Sollte ich mir meinen Traum von zahlreichen, unfreundlichen Absagen jetzt und möglicherweise für immer zerstören lassen? „Wenn du es nicht abschickst, liegen deine Chancen bei Null Prozent“, so mein Mann. Fünf Agenturen bekamen also mein Exposé plus Leseprobe. Vier davon wollten das gesamte Manuskript. Drei boten mir einen Vertrag an. Und eine wurde es schließlich. Meine Agentur. Meine Agentin.

Schreiben ist was für Idioten. Wie mich.

Danach ging alles sehr schnell. Meine Agentin hatte das Manuskript an die Buchverlage geschickt. Warten. Warten. Warten. Und plötzlich war es so weit: Es gab Verlage, die meine Geschichte kaufen wollten! Die sie tatsächlich veröffentlichen würden! Ich unterzeichnete bei S. Fischer, arbeitete mich an den kommenden Wochenenden durchs Lektorat und hielt fast genau ein Jahr, nachdem ich mein Manuskript an die Agenturen versendet hatte, mein eigenes Buch in der Hand. Inzwischen war ich schon dreiunddreißig.

„Liebe ist was für Idioten. Wie mich.“ wurde so erfolgreich, dass ich mich als Schriftstellerin selbständig machen konnte. Auf die erste Million arbeite ich zwar immer noch hin, aber ich kann es mir zumindest leisten, einem Beruf nachzugehen, der seit frühester Kindheit in meinen Knochen steckt: Geschichten zu erzählen.

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